Wenn das Schicksal wie ein Blitz einschlägt
Manchmal braucht es einen gewaltigen Knall, um zu verstehen, dass man bisher im falschen Film gelebt hat. In ihrem Roman „Herbstregenküsse“ entführt uns Rebekka Knoll in eine Geschichte, die so ungewöhnlich wie berührend ist. Es geht nicht nur um die Liebe, sondern um die Frage: Wer bin ich eigentlich, wenn alles, was mich definiert hat, plötzlich wegbricht?
Worum geht es?
Ranya und Adam haben eines gemeinsam: Sie wurden vom selben Blitz getroffen. Während Ranya physisch unversehrt bleibt, verändert der Einschlag ihr Innerstes. Sie spürt plötzlich einen unbändigen Mut, der sie dazu bringt, ihr bisheriges, sicher geglaubtes Leben in Leipzig (oder wo auch immer sie sich gerade verortet fühlt – jedenfalls weit weg von der Kölner Domplatte!) radikal zu hinterfragen.
Adam hingegen hat weniger Glück. Er hat Teile seines Gedächtnisses verloren. Der einst charmante Wettermoderator steht vor den Trümmern seiner Identität. Als die beiden in einer Selbsthilfegruppe aufeinandertreffen, beginnt eine Reise, die weit über das bloße Heilen von Wunden hinausgeht. Gemeinsam suchen sie nach Adams verlorener Vergangenheit und finden dabei vielleicht ihre gemeinsame Zukunft.
Warum mich das Buch begeistert hat
Was „Herbstregenküsse“ von anderen Liebesromanen abhebt, ist die poetische und zugleich ehrliche Sprache. Rebekka Knoll schafft es, die traumatische Erfahrung eines Blitzschlags greifbar zu machen, ohne die Leichtigkeit der Geschichte zu verlieren.
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Die Charaktere: Ranya ist eine wunderbare Identifikationsfigur. Ihr Drang, aus den alten Mustern auszubrechen, ist inspirierend. Adam hingegen bricht einem fast das Herz, während man mit ihm gemeinsam versucht, die Puzzleteile seines Lebens wieder zusammenzusetzen.
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Das Setting: Die herbstliche Atmosphäre zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Man möchte sich beim Lesen am liebsten mit einer Tasse Tee in eine Decke kuscheln, während draußen der Regen gegen das Fenster peitscht.
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Die Tiefgründigkeit: Es ist kein „leichter Abklatsch“ einer Romanze. Das Buch stellt existenzielle Fragen: Was macht uns aus? Unsere Erinnerungen? Unser Mut? Oder die Menschen, die uns in unseren dunkelsten Momenten sehen?
Mein Fazit
„Herbstregenküsse“ ist ein absolutes Wohlfühlbuch mit Tiefgang. Es ist eine Geschichte über Neuanfänge, die Heilkraft der Liebe und das Wunder, dass aus einem zerstörerischen Moment etwas Wunderschönes entstehen kann. Wer emotionale Geschichten mit einem Hauch Schicksal mag, wird dieses Buch lieben.
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5 Sternen)
Über die Autorin
Rebekka Knoll versteht es meisterhaft, menschliche Abgründe und Sehnsüchte in Worte zu fassen. Mit „Herbstregenküsse“ hat sie einen Roman geschaffen, der noch lange nach dem Zuklappen nachhallt.
